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| Was Frauen über Aids wissen sollten. Sexualität, Kinderkriegen und Mutterschaft in Zeiten einer neuen Infektionskrankheit. Wir müssen lernen, mit Aids zu leben. Viele Frauen wären froh, wenn sie nicht ständig an Aids erinnert würden. Weil der Gedanke an Aids angst macht. Weil das, was zum Thema Aids geschrieben und gesagt wird, Gefühle verletzten kann. Weil sie lieber an das Leben denken, als an eine bis jetzt unheilbare Krankheit. Wir Frauenärztinnen und Frauenärzte können das verstehen. Aber wir bitten alle Frauen, trotzdem weiterzulesen. Ganz besonders dann, wenn Sie gerade ein Kind erwarten oder daran denken, schwanger zu werden. Denn für eine Frau, die mit dem HIV (das ist der Erreger von Aids, das Humane Immundefekt Virus) infiziert ist, kann eine Schwangerschaft Folgen haben. Das Hauptrisiko ist die Infektionsübertragung auf das Kind. Gelegentlich kann sich auch der gesundheitliche Zustand einer HIV-infizierten werdenden Mutter durch die Schwangerschaft verschlechtern. Wir empfehlen deshalb, daß heute möglichst alle Frauen möglichst viel über Aids wissen. Und wir empfehlen jeder Frau, die sich ein Kind wünscht oder bereits schwanger ist, einen Test auf HIV-Antikörper durchführen zu lassen, mit dem sich eine Ansteckung nachweisen oder ausschließen läßt - dies auch, wenn sie sich nicht vorstellen kann, angesteckt zu sein. Lesen Sie in diesem Blatt, warum wir diese Empfehlung aussprechen. Und lesen Sie, wie Sie sich vor Aids schützen können. Aids und Schwangerschaft - ist das wirklich ein Thema? Eine Frau, die schwanger werden kann, kann sich auch mit Aids infizieren. Denn Aids ist eine Krankheit, die sich vorwiegend auf sexuellem Weg überträgt. Man sieht nicht, ob jemand Aids-infiziert ist. Ja, viele, die sich angesteckt haben (und das kann Jahre her sein), wissen es selbst nicht. Und stecken so ahnungslos andere an. Eine Frau, die sich nicht gegen die Ansteckung schützt, kann sich unbemerkt infizieren. Und kann so, wenn sie schwanger wird, die Krankheit auf ihr Kind übertragen. Ohne es zu wissen. Das ist, so schätzen Fachleute, in der Bundesrepublik bis heute mehrere hundertmal passiert. Durch eine Schwangerschaft kann sich die Gesundheit einer Aids-kranken Frau (möglicherweise auch einer HIV-infizierten) verschlechtern. Wegen dieses Risikos und wegen der Ansteckungsgefahr für das Kind sollte sich eine HIV-infizierte Frau in eine fachkompetente Beratung und Betreuung begeben. Grundsätzlich sollte sich jede Frau vor einer geplanten Schwangerschaft überzeugen, ob sie HIV-infiziert ist oder nicht. Indem sie zum Test geht. Das sollte sie auch tun, wenn sie bereits schwanger ist. Und jede Frau sollte heute dafür Sorge tragen, daß sie sich nicht mit Aids anstecken kann. Aus Liebe zu sich, ihrem Partner und den Kindern, die sie sich wünscht. Aids - was bedeutet das? AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) bedeutet "Erworbenes Immun-Defekt-Syndrom". Es handelt sich hierbei um eine Infektionskrankheit, die noch vor wenigen Jahren unbekannt war, von der heute aber weltweit Millionen Menschen bedroht oder betroffen sind. Ursache der Infektion ist ein Virus, das HIV (für Human Immune Deficiency Virus). Es greift die körpereigenen Abwehrkräfte so an, daß der Organismus nicht mehr mit "normalen" Krankheitserregern fertig wird. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen HIV-Infektion und Aids-Erkrankung. Eine HIV-Infektion besagt zunächst nur, daß der Körper sich mit dem Virus, das Aids hervorruft, auseinandergesetzt und Antikörper gebildet hat. Oft vergeht lange Zeit, bis sich im Falle einer Erkrankung dann die typischen Aids-Symptome zeigen. Wie viele der Infizierten eines Tages an Aids erkranken werden, kann niemand sagen - jedenfalls ist der Prozentsatz hoch (man schätzt 70 bis 100 Prozent). Nach einem Aids-Heilmittel bzw. Impfstoff wird weltweit geforscht. Daß sie gefunden werden, hofft man. Und bis sie dann angewendet werden können, müssen Jahre der Erprobung vergehen. Deshalb ist derzeit der einzig wirksame Schutz gegen Aids, jedes Risiko zu vermeiden, das zu einer Ansteckung führen kann. Wie wird Aids übertragen? Zu einer HIV-Infektion kann es nur kommen, wenn die Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen in den Blutkreislauf eines Gesunden gelangt. Was ist mit Körperflüssigkeiten gemeint? Vor allem Sperma, Scheidensekret und Blut, auch Menstruationsblut (Zwar hat man das HI-Virus auch im Speichel, in Tränen und im Urin gefunden, bislang ist jedoch noch kein Fall einer Infektion durch diese Körperflüssigkeiten nachgewiesen worden.) In welchen Situationen können diese Flüssigkeiten und damit das Virus in Ihr Blut kommen? Da sind die Möglichkeiten ganz klar: Zuallererst einmal durch Sexualverkehr. Weil man hier nun mal mit dem Sperma bzw. dem Scheidensekret eines anderen Menschen in Kontakt kommt. Und die Gefahr also groß ist, daß so das Virus in die Blutbahn gerät. Dann gibt es noch den direkten Blutkontakt. Das konnte früher - als man die Krankheit noch nicht genau kannte - durch infizierte Blutkonserven und bestimmte Blutprodukte geschehen. Davon waren vor allem Bluter betroffen, aber auch Menschen, die in dieser Zeit eine Bluttransfusion bzw. ein solches Blutprodukt erhalten haben. Seit Mai 1985 werden in der Bundesrepublik jedoch alle Blutprodukte und Blutkonserven auf Aids-Antikörper geprüft. Deshalb ist heute eine Infektion durch Blutkonserven und Blutprodukte weitgehend ausgeschlossen (man schätzt das Risiko bei Blutkonserven auf 1 : 500.000 bis 1 : 1.000.000). Jedoch gibt es auch noch andere Situationen, in denen man mit infiziertem Blut in Berührung kommen kann: blutende Wunden bei Unfällen, gemeinsames Benutzen von Rasierklingen und Zahnbürsten sowie (bei Fixern) von Injektionsspritzen und Nadeln. Aids ist zwar eine Infektionskrankheit. Sie überträgt sich jedoch nicht wie eine Grippe, sondern nur bei intensivem Kontakt mit einer infizierten Person oder infiziertem Blut. Wer das Virus in sich trägt, weiß es oft selbst nicht. Er kann aber in dieser Zeit bereits andere Menschen anstecken. Bedeutet Aids das Ende von Liebe? Gewiß nicht. Aber es bedeutet, daß Sie mit Ihrem Partner, gerade wenn Sie ihn noch nicht so gut kennen, über Aids reden müssen. Das ist kein einfaches Thema. Und niemandem fällt es leicht, mit einem Menschen, den man zwar sehr gern mag, aber vielleicht gerade erst kennengelernt hat, ein offenes Gespräch über Liebe, über Schutz, über eventuelle Risiken der Vergangenheit und über Treue zu führen. Woran Sie jedoch denken sollten: Ihr Partner hat das gleiche Problem. Er weiß auch noch viel zu wenig von Ihnen. Und seien Sie gewiß, ihm ist an Schutz ebensoviel gelegen. Wenn Sie keine Gewißheit haben, daß Sie beide nicht Aids-infiziert sind, sollten Sie sich nicht ohne Kondome lieben. So können Sie sich mit Aids infizieren: Durch Geschlechtsverkehr mit Infizierten, bei dem Sperma, Scheidensekret oder Blut in Ihre Blutbahn gelangen kann. Riskant sind alle Arten ungeschützten Verkehrs - vaginal, oral und insbesondere anal. Durch direkten Blutkontakt mit Infizierten. Zu dem kann es zum Beispiel kommen durch
Wenn Sie sicher sind, daß Sie zusammenbleiben wollen, gibt Ihnen ein Test Gewißheit, daß keiner von Ihnen infiziert ist und Sie also auf Kondome verzichten können, solange keiner von Ihnen eine neues Risiko eingeht. (Allerdings kann der Test eine Ansteckung erst mit einer Verzögerung von einem bis sechs Monaten nachweisen.)
Die Aids-Gefahr für ein Ungeborenes
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Heutzutage werden immer mehr HIV-positive Frauen durch den Test entdeckt, die keines dieser Risiken betrifft. Lassen Sie sich deshalb zu Ihrer und zur Sicherheit Ihres Kindes testen.
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